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RSSPrint

»Ein jegliches hat seine Zeit …«

Ich schreibe dies aus der privilegierten Situation, mein regelmäßiges Einkommen und die Familie in der Nähe zu haben, alle sind gesund. Wie schön und beruhigend, nicht selbstverständlich. All die Menschen, die um ihr Einkommen und ihr Geschäft bangen, die nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll, die schon wissen, dass es nicht mehr weitergeht, alle, die Angehörige in einem Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung haben und sie nicht besuchen können ... sie tun mir in der Seele leid.
Mit Erschrecken und Entsetzen waren die Szenen aus Spanien und Italien zu sehen, wo die Menschen wie die Fliegen starben und man gar nicht wusste, wie die vielen Toten zu bewältigen und halbwegs würdevoll unter die Erde zu bringen sind. Es erinnerte an die Berichte aus den Pestzeiten des Mittelalters. Da wurde erstmals klar: Es ist nicht nur eine Art Grippe, man sollte sich an die Abstands- und sonstigen Regeln halten.
Wir sollten Gott danken, dass es in unserem Land nicht so weit gekommen ist.


Die Zeit des Shutdown hatte für mich/uns durchaus positive Seiten:


• Keine Termine, einfach nur zu Hause bleiben, zu sich kommen. Wieder öfter in der Bibel lesen.
• Die erwachsenen Kinder hatten auch keine Termine, haben für uns eingekauft.
• Wir als Familie haben einander dadurch viel öfter gesehen als zuvor, jede Woche mindestens einmal ein kleines Pläuschchen, öfter ein Treffen auf Abstand.
• Alle Vorräte mal durchforstet und aufgebraucht, viel öfter selbst gekocht und gebacken.
• Wochenmärkte als tolle und alternative Einkaufsquelle neu entdeckt.
• Zu Freunden und Verwandten viel mehr als sonst Kontakt über What’s App und Telefon.
• Es gab tolle, beeindruckende Fernsehgottesdienste. Mit unserer Freundin in Spanien haben wir dieselben Gottesdienste angesehen und waren darüber miteinander verbunden.
• Homeoffice wurde als positiv empfunden: kein Arbeitsweg im Stau, kein Telefon, kein Kollege an der Tür, der etwas wollte.
• Home schooling ebenfalls von einigen Enkelinnen: »Da kann ich in meinem Tempo lernen, ohne dass mich jemand stört.«

Es ist dann aber aufgefallen: Es fehlt etwas. In unserem Fall die Gottesdienste und die Musik in unserer Kirche, das Gespräch danach, dieses geistliche »Zuhause«. Aber auch das wiederum sehe ich positiv: Das, was immer selbstverständlich war, nicht mehr als selbstverständlich anzusehen, sondern wieder neu wahrhaft schätzen zu lernen. Schön, dass wir wieder in der Lukaskirche zusammenkommen, schön, dass Markus Epp wieder spielt und singt.

Mir fällt zu diesen besonderen Zeiten der Vers Prediger 3,1 ein:

»Ein jegliches hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde ...«

Bis bald in der Lukaskirche: Ihre / Eure Karin von Knoblauch

Letzte Änderung am: 02.08.2020